Sinnstiften als Führungsaufgabe

  • von Christine Reik
  • PREMIUM HR Blog

"Die Arbeitswelt steht vor einem Paradigmen-Wechsel" sagt der Chef von XING, Thomas Vollmoeller, in einem Interview, nachzulesen im FAZ.net. Pflichtlektüre für HR-Verantwortliche und Führungskräfte, denn Vollmoeller bringt kompakt auf den Punkt, welche Entwicklungen unsere Arbeitswelt aktuell verändern.

Angefangen von veränderten Erwartungen der Berufsanfänger an ihren Arbeitgeber, über flexible Arbeitsmodelle bis zur Entwicklung einer neuen Führungskultur - der XING Chef streift alle Themen, die aktuell auch in vielen Unternehmen auf der Agenda stehen.

An zwei Sätzen bleibe ich hängen: "Manager müssen ihren Mitarbeitern einen Grund geben, warum sie morgens aufstehen und zur Arbeit kommen sollen. An dessen Werte sie glauben."

Die Führungskraft als Sinnstifter, eine Anforderung die noch vor wenigen Jahren in keinem Kompetenz-Profil für Manager vorgesehen war. Und eine Erwartung, die auch erfahrene Leader neu fordert und vor die Frage stellt: Sinnstiften - wie geht das und muss ich das jetzt wirklich auch noch? Für manchen scheint das eher ein Luxusproblem der aus seiner Sicht sowieso privilegierten Generation Y zu sein.

In meinen Coachings frage ich an diesem Punkt gerne: und worin liegt für Sie der Sinn Ihrer Aufgabe? Eine kurze Frage die oft langes Nachdenken und schmerzhafte Einsichten nach sich zieht. Je leichter es einem Manager fällt, die Frage für sich überzeugend zu beantworten, desto einfacher ist der nächste Schritt: das Team von der Sinnhaftigkeit des Tun zu überzeugen. Wer für sich den Sinn in seinem Tun gefunden hat, kann auch andere begeistern. Wer seine Werte benennen kann, kann sie auch in die Welt tragen. Anderen überzeugend Orientierung geben gelingt nur demjenigen, der Klarheit über seine eigene Motivation hat.

Ein komplexer Prozess komprimiert auf wenige Zeilen, das ist mir bewusst. Doch wer Führung neu denken will, muss sich diesen Themen stellen. Und Paradigmenwechsel meint schließlich auch einen grundlegenden Wechsel in der Denkweise.

(Quelle: http://www.faz.net Kommentierung zu Artikel in FAZ, Beruf und Chance vom 20.02.2015)

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