"Happy Men" - französische Männer fordern echte Gleichberechtigung

  • von Christine Reik
  • PREMIUM HR Blog

Gerade habe ich mich durch die Wirtschaftsnachrichten in Les Echos geklickt und bleibe an folgender News hängen: Zum ersten Mal ist das französische Männernetzwerk "Happy Men" im Ministerium für Frauenrechte zusammengekommen, um in Anwesenheit der Staatssekretärin über neue Wege zur beruflichen Gleichberechtigung zu diskutieren.

Happy Men ist das erste Männernetzwerk in Frankreich, das für echte Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Beruf und im Privatleben eintritt. Mitglied im Netzwerk sind französische Unternehmen, darunter so bekannte Namen wie BNP Paribas, Cofely, Accenture, Groupe Caisse de Dépôts, ING Bank, und Orange. Die Happy Men-Mitarbeiter dieser Unternehmen treffen sich regelmäßig in Zirkeln, um über Themen zu diskutieren, die die Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben erleichtern und entsprechende Initiativen anzustoßen. Und da stehen dann so bekannte Themen wie Telearbeit, Videokonferenzen, keine Besprechungen in den Abendstunden etc. auf der Agenda. Ziel ist es, den Männern zu ermöglichen, gleichberechtigt ihre beruflichen und familiären Aufgaben wahrnehmen zu können.

Wenn Unternehmen in Deutschland an diesen Themen arbeiten, geschieht das meist auch unter der Überschrift "bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben". Faktisch denken dabei jedoch alle an die weiblichen Mitarbeiter, denen durch derartige Maßnahmen eine Karriere erleichtert werden soll. Eine offizielle Stimme der Männer gibt es dazu (noch) nicht, wenngleich viele im Stillen froh darüber sind, durch flexiblere Arbeitsmodelle und andere Angebote ihre familiären und beruflichen Aufgaben besser unter einen Hut zu bringen. Aber sich offiziell dafür stark zu machen, hmm ein Risiko für die Karriere?

Ich finde, Frankreich ist hier in Sachen echter Gleichberechtigung wieder einmal deutlich voraus. Echte Gleichberechtigung bedeutet auch echte Aufgabenteilung - beruflich wie familiär. Und so überrascht es nicht, dass laut Les Echos die Französinnen die Happy Men-Initiative unterstützen, wogegen die Reaktion bei den Franzosen gemischt ist. Zu groß ist auch hier die männliche Sorge vor beruflichen Nachteilen und Veränderung. Sich als Happy Men zu outen, braucht auch in Frankreich Mut und Pioniergeist. Das beruhigt mich, auch im Land der égalité gibt es noch viel zu tun. Arbeiten wir daran!

http://www.happymen.fr

http://business.lesechos.fr

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