Die neue Shell Jugendstudie zeigt: so denken die Mitarbeiter von morgen

  • von Christine Reik
  • PREMIUM HR Blog

Im Rahmen der 17. Shell Jugendstudie 2015 wurden Jugendliche in Deutschland zwischen 12 bis 25 Jahren zu ihrer Lebenssituation und zu ihren Einstellungen befragt. Familie und Beruf waren dabei wieder zentrale Themen und die Antworten zeigen, worauf sich Arbeitgeber einstellen sollten.

Safety first – das ist die überraschende Erkenntnis. Mehr als 95% der Jugendlichen wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz, womit das Thema Sicherheit an erster Stelle bei ihren Erwartungen an die Berufstätigkeit steht. Arbeitgeber die mit Arbeitsplatzsicherheit punkten können, sollten dieses Thema daher in ihrer Recruiting-Strategie geschickt vermarkten. Alle diejenigen, die Berufseinsteiger mit Praktika und befristeten Verträgen gewinnen wollen, werden es in Zukunft wohl noch schwerer haben, qualifizierte Kandidaten zu finden. Und eigentlich dürften den öffentlichen Dienst keine Nachwuchs-Sorgen plagen…

Besonders wichtig ist für die kommende Mitarbeiter-Generation die Möglichkeit sich einzubringen (93%), die Möglichkeit etwas zu tun, was man sinnvoll findet (90%) und die Möglichkeit, etwas Nützliches für die Gesellschaft zu tun (85%). Wer sich schon länger mit den Trends der Arbeitswelt der Zukunft beschäftigt, wird nicht überrascht sein. Die Frage nach dem Sinn des eigenen Tuns steht schon seit einigen Jahren im Mittelpunkt und fast jeder Personalverantwortliche ist inzwischen auf entsprechende Fragen junger Bewerber vorbereitet. Und eines ist auch deutlich: hierarchische Führung hat definitiv ausgedient, denn eine Generation, die sich einbringen will, will auch anders geführt werden.

Nicht wirklich überraschend ist die Erkenntnis, dass die Mitarbeiter der Zukunft genügend Freizeit neben der Berufstätigkeit als wichtig ansehen (88%). Dieses Ergebnis setzt einen Trend fort, der bereits seit Jahren die Realität der Arbeitsplätze verändert. Die meisten Arbeitgeber haben inzwischen mit vielfältigen Angeboten darauf reagiert. Denjenigen, die noch immer glauben, mit regelmäßigen 12 Stunden Tagen die Potenziale der Zukunft an sich binden zu können, seien gewarnt: sogar unter den Jugendlichen, die als „Durchstarter“ eingeordnet werden, wünschen sich 71% geregelte Arbeitszeiten mit klar festgelegtem Beginn und Ende. 

Was ich besonders interessant finde: die persönliche Anerkennung im Beruf (85%) wird von den Jugendlichen wichtiger angesehen als ein hohes Einkommen (77 %), das damit im unteren Drittel auf der Wunschliste landet. Und das Fazit daraus für alle Führungskräfte: mit dem Top-Gehalt lassen sich die Mitarbeiter der Zukunft kaum noch kaufen, viel wichtiger sind Wertschätzung und Anerkennung. Auch diese Einsicht ist nicht wirklich neu, aber für manche Branchen noch immer etwas befremdlich.

Und jedes Ranking hat auch ein Schlusslicht: Das Gefühl etwas zu leisten ist nur für 55 % der Jugendlichen wichtig und steht damit an letzter Stelle. Läutet das das Ende der Leistungsgesellschaft ein? Ich meine nein - aber jeder, der Menschen führt und motiviert sollte sich bewusst sein: die Mitarbeiter der Zukunft ziehen ihre Zufriedenheit aus der aktiven Mitgestaltung und sinnhaftem Tun, allein das Gefühl etwas zu leisten macht sie auf Dauer nicht glücklich.

Wer sich näher mit dem Thema auseinandersetzen möchte: Hier geht’s zur 17. Shell Jugendstudie 2015

 http://www.shell.de/aboutshell/media-centre/news-and-media-releases/2015/shell-jugendstudie.html

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