Die 56. Frage

  • von Christine Reik
  • PREMIUM HR Blog

Vor mir liegt druckfrisch und giftgrün die Spezial-Ausgabe 2015 "Leadership" des Harvard Business Manager. Neugierig blättere ich durch die Titelgeschichte: der HBM hat 55 Wissenschaftler, Manager und Vordenker gebeten, die ihrer Meinung nach wichtigste Frage zu schicken, mit der sich Führungskräfte heutzutage auseinandersetzen sollten. Der illustre und hochkarätige Kreis der Befragten verspricht spannende Impulse.

Und in der Tat, das Spektrum der Fragen ist breit. Erstaunlich viele Fragen kreisen um das Thema Digitalisierung. Eine ganze Reihe von Fragen animiert zum Reflektieren des eigenen Führungsverhaltens. Wieder andere regen zur Auseinandersetzung mit sich selbst an. Die Frage "Können Sie Flipper spielen?" macht mich ratlos, die Frage "Wie wichtig ist Ästhetik in Ihrem Führungsverhalten?" würde ich gerne mit dem Fragesteller diskutieren.

Und dann frage ich mich, was hätte ich meinen Kunden als Frage mit auf den Weg gegeben, quasi die 56. Frage. Und während ich darüber nachdenke wird mir wieder einmal die Bedeutung des Nachdenkens bewusst. Und da ist sie, die 56. Frage: Wann haben Sie zuletzt über Ihre Ziele nachgedacht?

In meinen Coachings arbeite ich häufig mit Führungskräften daran, in einem aktuell konfliktreichen und heterogenen Umfeld die bestmögliche Lösung zu finden, natürlich möglichst schnell und möglichst kostengünstig. Und immer wieder erlebe ich dabei, wie hilfreich es sein kann, mit etwas Abstand, quasi von außen, auf dieses Gewirr von Erwartungen, Gegensätzen und Interessen zu schauen. Das ist leichter gesagt als getan. Abstand, das verlangt räumliche Entfernung und geistige Distanz. Schwierig, diese in Zeiten operativer Höchstspannung  zu bewahren.

Umso wichtiger ist es, von Zeit zu Zeit einen Boxenstopp einzulegen und sich zu fragen, was will ich wirklich? Einmal wirklich darüber nachdenken, auf was man am Ende seiner Tage zurückblicken möchte. Kein einfaches Unterfangen und überraschende Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen. Doch der Gewinn ist enorm: wer das große Ganze vor Augen hat, dem fällt es leichter, auch bei schwierigsten operativen Herausforderungen auf Kurs zu bleiben. Nicht umsonst heißt es „nur wer das Ziel kennt, kann treffen".

Und wenn Sie jetzt gespannt auf die 55 anderen Fragen sind, hier können Sie das Heft bestellen:

http://www.harvardbusinessmanager.de

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